Reihe
Curriculum Psychotraumatherapie mit EMDR, Modul 07.1

Fr., 23. September 2022, ab 15.00 Uhr
Sa., 24. September 2022, bis 17.30 Uhr
Göttingen:

Reihe CURRICULUM PSYCHOTRAUMATHERAPIE mit EMDR
MODUL 07.1, 16 UE

Das von der  ⫸ Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) anerkannte Curriculum Psychotraumatherapie umfasst im Rahmen des Basiscurriculums 140 Unterrichtseinheiten sowie verpflichtend ein Vertiefungsmodul mit 16 Unterrichtseinheiten.
Voraussetzung für die Teilnahme am Curriculum ist die Anerkennung als ärztliche/r oder psychologische/r Psychotherapeut/in. Der Einstieg in das Curriculum ist zu jedem Termin möglich. Eine Veranstaltung aus der laufenden Reihe kann grundsätzlich auch einzeln gebucht werden!


Modul 07.1:
Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich Dissoziativer Störungen (1)


Zu berücksichtigen sind:

  • Komplexe PTBS (nach ICD-11)
    • Kombination traumafokussierter Techniken (s.o.) sowie Verfahren zur Verbesserung der Emotionsregulation und der Beziehungsstörungen im Sinne der Bearbeitung dysfunktionaler zwischenmenschlicher Muster
  • PTBS mit komorbider Symptomatik (z.B. Suchterkrankungen, Angststörungen, psychotische Störungen und Phänomene)
    • Berücksichtigung der Komorbidität, Hierarchisierung der Interventionen
  • Dissoziative Störungen (siehe Zusatzmodul)

Für eine Komplexe PTBS nach ICD-11 sollte die psychotherapeutische Behandlung mit traumafokussierten Techniken erfolgen, bei denen Schwerpunkte auf der Verarbeitung der Erinnerung an die traumatischen Erlebnisse und/oder ihrer Bedeutung liegen (siehe Leitlinienempfehlung PTBS) sowie auf Verfahren zur Verbesserung der Emotionsregulation und der Beziehungsstörungen im Sinne der Bearbeitung dysfunktionaler zwischenmenschlicher Muster (unter besonderer Berücksichtigung der Reviktimisierungsgefahr).

Zu berücksichtigen sind:

Beziehungsgestaltung, insbesondere bei interpersoneller Traumatisierung: Berücksichtigung des hohen Stresslevels der PatientInnen, Berücksichtigung interpersoneller Störungen bei der Beziehungsaufnahme, z.B. in Form von Wahrnehmungs- und Übertragungsverzerrungen, Tendenzen zu Idealisierung und Entwertung; Reinszenierungen von Täter-Opfer-Retter-Konstellationen; Vertrauensaufbau durch Transparenz, Psychoedukation. Techniken der Affektkontrolle und Emotionsregulation sollen unter Berücksichtigung der speziellen Beziehungsdynamik ausführlich vermittelt werden (z.B. Psychodynamische Therapie der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung) (siehe Modul 4).

Ausreichende Evidenzbasierung liegt vor für:

  1. die Dialektisch-Behaviorale Therapie-PTBS (DBT-PTBS)
  2. das Skills-Training zur Affektiven und Interpersonellen Regulation/Narrative Exposition (STAIR/NT)
  3. kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, einschließlich der Kognitiven Verarbeitungstherapie
  4. Eye movement desensitization and reprocessing (EMDR)

Eine der evidenzbasierten Vorgehensweisen soll detailliert in Theorie (Krankheitsmodelle, Indikation, Kontraindikation, Differentialindikation) und Praxis (praktische Übungen, Beherrschen des Behandlungsprotokolls) vermittelt werden (16h), die andere soll im Überblick (mind. 8h) unterrichtet werden.

Darüber hinaus sind die folgenden Inhalte zu berücksichtigen (mind. 8 h):

Bei Traumafolgestörungen mit Komorbidität weiterer psychischer Störungen:

  • Therapieplanung und spezielle Bedingungen der Indikationsstellung traumafokussierter Verfahren, Hierarchisierung von Therapiezielen
  • Störungsspezifische Ansätze bezogen auf die komorbide Problematik (z.B. „Sicherheit finden“ bei komorbider Suchterkrankung)

Bei Traumafolgestörungen mit komorbider persönlichkeitsprägender Symptomatik:

  • Förderung der Beziehungsfähigkeit und der Fähigkeit zur interpersonellen Kompetenz, Autonomie und Nähe-Distanz-Regulation
  • Aufbau selbstfürsorglicher Verhaltensweisen/ Förderung von Alltagsressourcen
  • Vermittlung von Strategien zum Umgang mit Krisensituationen

Bearbeitung traumaassoziierter Emotionen und dysfunktionaler Kognitionen (z.B. Scham, Schuldgefühle, Ekel, Ablehnung der eigenen Person)

Bei Traumafolgestörungen mit komorbider Dissoziativer Störung:

  • Einsatz antidissoziativer Skills
  • Förderung von Wahrnehmung, Verstehbarkeit und Steuerungsfähigkeit zuvor dissoziierter Bereiche des Erlebens (Ego-State-Arbeit)

Diese Seminarbeschreibung entspricht den aktuellen Empfehlungen der  ⫸ DeGPT zu dem Curriculum Psychotraumatherapie.


Referenten:
Ulrich Sachsse, Prof. Dr. med., Psychotherapie, Asklepios Fachklinikum Göttingen, und MitarbeiterInnen

Teilnahmegebühr: 320 EUR

Dazugehöriger Termin des 2. Teils dieses Seminars: Fr./Sa., 02./03.12.2022

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